Das gilt auch für die Anschaffung eines Gartens. Wer kein Geld hat, sich ein Grundstück zu bank-note-209104_640(2)kaufen, hat jedoch andere Möglichkeiten, sich einen nutzbaren Garten zuzulegen. Beispielsweise durch Eintritt in eine Kleingartensparte. Kleingartenverbände verpachten im Auftrage der Eigentümer Grünflächen an Menschen, die ein wenig Grün selbst bearbeiten möchten.

Für diese Kleingärten gilt seit 1984 das Bundeskleingartengesetz. Es sieht vor, dass unter sozialen Aspekten Kleingärten für wenig Geld weiterverpachtet werden. Dabei treten die Bezirksverbände der Kleingärtner als Zwischenpächter auf. Der Eigentümer und der Bezirksverband schließen einen Vertrag dergestalt, dass der Bezirksverband das ihm zur Verpachtung überlassene Land unterverpachtet. Die geringe Höhe der Pacht für diese Kleingärten wird von der jeweiligen Gemeinde festgelegt. Sie gilt auch für das Kleingartenland privater Eigentümer.

Soziale Gesichtspunkte stehen im Vordergrund

Bei der Entscheidung, ob ein Kleingärtner die von ihm begehrte Parzelle erhält, sind die Kleingartenverbände gehalten, im Sinne des Bundeskleingartengesetzes eine soziale Auswahl zu treffen. So werden Familien mit Kindern bevorzugt, es gibt auch Kleingärten mit geringen Übernahmekosten. Denn bei jedem Pächter Wechsel auf einem Kleingartengrundstück muss der Nachpächter die Aufbauten, die der Vorpächter hinterlässt, bezahlen. Sie sind schließlich sein Eigentum.

Genau an dieser Stelle beginnt der soziale Faktor immer mehr zu bröckeln. Denn je besser es den Menschen finanziell geht, je mehr stecken sie auch in die Gartenlaube. Mit dem Ergebnis, dass manche Gartenlauben unbezahlbar geworden sind. Jedenfalls für Menschen, die einen Kleingarten gerade deshalb anstreben, weil sie sich ein anderes Grundstück nicht leisten können.

Folgekosten

Neben den finanziellen Aufwendungen für die Übernahme der Baulichkeiten auf einem Kleingartengrundstück kommen auf den neuen Kleingärtner Folgekosten zu. Nicht nur, dass möglicherweise die eine oder andere Reparatur an der Laube erforderlich ist. Auch müssen neue Pflanzen eingesetzt, möglicherweise Wege instandgesetzt werden. Die Mitgliedschaft in einem Kleingartenverein ist heutzutage in vielen Fällen Pflicht bei der Übernahme eines Kleingartens.

Diese Vereine erfüllen wichtige Aufgaben bei der Organisation der Parzellen. Das können sie nur, in dem sie Mitgliedsbeiträge erheben. Auch die Bezirksverbände der Kleingärtner als Zwischenpächter leben von den Beiträgen der Unterpächter. Letztlich fallen auch Kosten für die Gemeinde an, denn die öffentlichen Lasten müssen bezahlt werden.