Was ist ein Projekt?
Ein schulisches Projekt (lat.: das Vorentworfene) bezeichnet eine besondere Form praxisorientierten Unterrichts. Es verbindet die Schule (als Organisationsrahmen) mit der außerschulischen Realität (als lebensnahem Inhalt). [1] Die zwei Ausgangspunkte, die man sich als Lehrkraft vor dem eigentlichen Projektunterricht vor Augen führen sollte, sind folgende: Das Projekt soll an reale, gesellschaftlich relevante Probleme und Bedürfnisse anknüpfen (Gesellschaftsbezug). Auch soll das Projekt an den lebensweltlichen Interessen der Schüler/-innen orientiert sein. [2]
Projektunterricht gestaltet sich meist erfolgreich und nachhaltig, wenn spezielle Arbeitsformen zur Anwendung kommen.
1. Das selbstbestimmte und das gemeinsame Lernen fördern die Partizipation der Schüler/-innen bei der Planung und Gestaltung des Projektes. In der Projektgruppe laufen selbstbestimmte Lernprozesse ab (kooperatives Lernen). Das Expertenwissen liegt nicht mehr allein bei der Lehrkraft, die sich zudem in ihrer Rolle mehr und mehr zurücknehmen sollte.
2. Projektarbeit benötigt ganzheitliches Arbeiten. Es wird mit allen Sinnen, mit „Kopf, Herz und Hand“ gearbeitet. „Kreatives, rezeptives, produktives und affektives Handeln sind zu verbinden.“ [3] Reflexionsphasen sichern den Lernzuwachs und Qualitätsentwicklung im Projektverlauf.
3. Selbstverständlich wird im Projektunterricht fächerübergreifend gearbeitet, d.h., Methoden und Inhalte verschiedener Fächer werden integriert. Das vermittelte Wissen verschiedener Wissenschaften wird somit vernetzt. Idealerweise coachen Lehrkräfte verschiedener Fachrichtungen gemeinsam die Projektgruppe. Ausgehend von der Handlungsorientierung vereinigt die Projektarbeit eine Vielzahl nützlicher Methoden aus der klassischen und der Reformpädagogik, wie die nachfolgende Grafik darstellt.
Der idealtypische Projektverlauf entspricht den folgenden Verlaufsphasen (angelehnt an Kilpatrick):
ZIELSETZUNG - PLANUNG - AUSFÜHRUNG - BEURTEILUNG
Jede dieser Phasen bedarf eigener methodischer Überlegungen, die den spezifischen Bedingungen des speziellen Projekts angepasst werden müssen.
Es ist im Sinne des nachhaltigen Projektunterrichts zu beachten, dass längerfristige Projekte (z.B. Service Lerning-Projekte), die die Dauer der üblichen Schulprojekte (z.B. in den Schulprojektwochen) überschreiten, die angestrebte Kompetenzerweiterung der Schüler/-innen besser fördern.
[1] Peter Köck: Praxis der Unterrichtsgestaltung und des Schullebens, Donauwörth 1995, S. 189
[2] Wolfgang Emer / Klaus Dieter Lenzen: Projekteigene und projektnahe Methoden im Überblick; in:
Pädagogik 01/ 08 „Projektunterricht gestalten“, Beltz Verlag 2008, S. 16
[3] ebd. S. 16
[4] ebd. S. 17




